Geschichte der MDCV

In Braunschweig erfolgte die Gründung der ersten Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung, die  das heutige Land Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen einbezog. Sie entstand parallel zu anderen regionalen Chirurgenvereinigungen als Folge der 1872 in Berlin gegründeten Deutschen Gesellschaft für Chirurgen. 1886 startete die Berliner Chirurgengesellschaft, 1910 die Nordwestdeutsche Chirurgenvereinigung und 1914 die Südostdeutsche Chirurgenvereinigung.

Im Juli fand die erste Tagung in Magdeburg unter dem Vorsitz von Wendel statt. Hauptthema bildete u.a. operative Verfahren der Prostatahypertrophie. Es wurde keine Einigkeit über den suprapubischen oder den perinatalen Zugangsweg bei der Prostatektomie erzielt. Weitere Themen bildeten die Kropfoperation und die Anlagen eines Anus praeter.

Die 2. Tagung in Halle beschäftigte sich unter dem Vorsitz von Voelcker mit der Operation des Rektumkarzinoms. Die Radikaloperation erzielte in 25-30% eine Dreijahresheilung. Über das operative Vorgehen wurde keine Einigkeit erzielt. Kulenkampff berichtete über eine erfolgreich durchgeführte Durchzugsmethode. Sellheim empfahl eine Röntgennachbestrahlung. 

Auf der 3. Tagung in Leipzig unter dem Vorsitz von Payr berichtete Reichel (Chemnitz) über die Ergebnisse seiner 1908 empfohlenen totalen Gastroenterostomie bei der Magenulkusoperation. Die Gastrektomie beim Magenkarzinom war offenbar weiter auf Einzelfälle beschränkt, wie drei Fallberichte mit zwei letalen Ausgängen zeigten.

Die 4. Tagung in Braunschweig unter dem Vorsitz von Wrede und Franke befasste sich mit neurologischen Themen (Hydrocephalus, Trigeminusneuralgie, operative Behandlung der Epilepsie), der Behandlung des Kardiospasmus und der Empfehlung der Mesorhorbehandlung des Ösophagnuskarzinoms. 

Die 5. Tagung fand in Dresden statt, den Vorsitz hatte Seidel. Unter anderm wurden Operationsverfahren der Harnblase diskutiert. Nach totaler Cystektomie sollten die Ureteren in den Dickdarm nach Anlage eines Anus praeter eingepflanzt werden.

Auf der 6. Tagung in Magdeburg unter dem Vorsitz von Hempel wurden die Reinfusion von Eigenblut bei perforierter Tubargravidität empfohlen. Auf Chloroform sollten zu Gunsten von Äther bei der Narkose verzichtet werden. Wendel empfahl die Röntgenbestrahlung bei Larynxkarzinomen. 

Heller begründete auf der 7. Tagung in Chemnitz seine Erkenntnisse über die Bedeutung der Lichtverhältnisse im Operationssaal.

Kleinschmidt berichtete auf der 8. Tagung in Leipzig unter dem Vorsitz von Payr über zwei Fälle von operativer Entfernung von tiefsitzenden Ösophaguskarzinomen mit letalem Ausgang. Außerdem wurden Berichte über den Unfallkongress in Amsterdam gegeben.

Die 9. Tagung unter Vorsitz von Braun in Zwickau beschäftigt sich mit der Trigeminusneuralgie. Kritische Bemerkungen erfolgten über Operationen am gesunden Magen, z.B. bei Gastroptose. 

Auf der 10. Tagung in Halle wurden, unter dem Vorsitz von Stieda, Versuche der operativen Behandlung des akuten Nierenversagens durch Einkapselung der Niere erörtert. Zurückhaltend eingeschätzt wurden Operationen zur Behandlung des Asthma bronchiale (Durchtrennung des Halssympathicus, Vagotomie, evtl. zu-sätzliche Durchtrennung des zweiten bis fünften Interkostalnerven).

Die 11. Tagung in Magdeburg, wieder unter dem Vorsitz von Wendel, gab einen Bericht über den Besuch der Mayo-Klinik in den USA. Es schloss sich eine Diskussion über die Talma´sche Operation bei Aszites an.

Die 12. Tagung in Braunschweig unter dem Vorsitz von Wrede analysierte die Ergebnisse der Behandlung des Mammakarzinoms zwischen 1906 und 1924. Bei 384 Patienten wurde nach Operation und Bestrahlung eine Fünfjahresüberlebensquote von 45% erreicht, obwohl sich 200 Patienten im Stadium II und nur 16 im Stadium I befanden. 

Auf der 13. Tagung in Erfurt unter dem Vorsitz von Machol wurde die medikamentöse Vorbehandlung bei Morbus Basedow mit Chinin und Natrumphosphoricum empfohlen. Die Plummer´sche Lösung wurde nicht erwähnt. Weitere Themen waren Operationen am vegetativen Nervensystem zur Behandlung des Asthmas.

Auf der 15. Tagung in Weimar, unter dem Vorsitz von Krüger, berichtete Voelcker über Fälle erfolgreicher antethorakaler Ösophagoplastik bei Ösophagusstrikturen. Weiteres Thema bildete die akute Cholecsytitis.

Die 16. Tagung in Magdeburg unter dem Vorsitz von Wendel beschäftigte sich mit der operativen Frakturbehandlung und der Korrektur von Missbildungen. 

Auch die 18. Tagung in Leipzig unter Vorsitz von Payr hatte die Frakturbehandlung sowie das Ulkus pepticum zum Thema.

Zur 19. Tagung in Wernigerode, den Vorsitz hatte Bernard, wurden Thrombose und Embolie sowie Tetanus erörtert. 

Auf der 20. Tagung in Halle unter dem Vorsitz von Voelcker berichtete Stieda über seinen Besuch der Neurologentagung in den USA. Neben der Behandlung von Rückenmarkstumoren stand die Krankheitsverteilung in verschiedenen Menschlichen Rassen zur Diskussion, z. B. Krebs, Tuberkulose, Rheuma. 

Die 21. Tagung in Braunschweig beschäftigte sich unter dem Vorsitz von Wrede mit den neurochirurgischen Operationen sowie der Encephalographie und der Chordotomie. Zusätzlich wurde auf die Häufigkeit des Bronchialkarzinoms hingewiesen.

Auf der 24. Tagung in Jena unter Vorsitz von Gulecke standen die Ergebnisse von Operationen und Bestrahlung in der Krebsbehandlung zur Diskussion. 

Die letzte, 30. Tagung in Eisleben fand unter dem Vorsitz von Hartung statt. Wätjen, Pathologe in Halle, gab einen Überblick über die Zunahme des Bronchialkarzinoms anhand des Sektionsgutes. Es stand an dritter Stelle aller Organkrebse. In 52% wird die Diagnose klinisch gestellt. Das Rauchen galt noch nicht als Ursache des Bronchialkarzinoms. Gleichzeitig begründete Konjetzny seine Untersuchungen über die Bedeutung der chronischen Gastritis für die Entstehung des Magenkarzinoms.

Mit Beginn des II. Weltkrieges 1939 endeten die Tagungen der Vereinigung der Mitteldeutschen Chirurgen. 

Nach Kriegsende wurden auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates im Juni alle früheren Medizinischen Fachgesellschaften aufgelöst.

Unter der Sowjetischen Militäradministration SMAD entstanden in der sowjetischen Besatzungszone regionale chirurgische Fachgesellschaften an den Universitäten und medizinischen Akademien. 

Auf Befehl der Militäradministration wurde die Bildung wissenschaftlich-medizinischer Gesellschaften wieder erlaubt.

So fand die erste Fachärztetagung der Chirurgen in Berlin im Juni unter der Leitung von Sauerbruch statt.
Im Oktober folgte auf Initiative und unter Leitung von Gulecke die erste Tagung thüringischer und sächsischer Chirurgen in Jena.

Trotz dieses erfolgreichen Beginns wurde nicht an die Tradition angeknüpft. Während in den westlichen Besatzungszonen die ehemaligen Regionalgesellschaften ihre Tätigkeit wieder aufnahmen, entstanden in der sowjetischen Zone an den Universitäten in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen neue regionale chirurgische Gesellschaften. 

Im März erfolgte die Gründung der medizinischen wissenschaftlichen Gesellschaft für Chirurgie an der Martin-Luther-Universität Halle unter Vorsitz von Budde.

In Anlehnung an die Tradition der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung organisierten die Chirurgengesellschaften der Universität dieser Region insgesamt fünf Gemeinschaftstagungen. Die Teilnahme von Chirurgen aus der Bundesrepublik war in den 50er Jahre ohne besondere Schwierigkeiten von politischer Seite möglich. 

Unter Vorsitz von Knutzen fand die 1. Gemeinschaftstagung der medizinischen-wissenschaftlichen Gesellschaft an den Universitäten Halle, Jena und Leipzig statt. Zenker aus Marburg berichtete über die operative Behandlung der Perikarditis, Mörl über arterio-venöse Aneurysmen, Rothe über chronisch-entzündliche Lungenerkrankungen. 28 totale Entfernungen des Magens wegen Karzinoms (Schwarzer, Erfurt) waren noch mit einer Letalität von 50% belastet. Eine totale Gastrektomie per principe sollte nicht vertreten werden. 

Die 2. Gemeinschaftstagung fand an der Universität Halle, Jena und Leipzig unter Vorsitz von Mörl statt. Heller trug neue Gesichtspunkte zu den Lichtverhältnissen im OP-Saal vor. Er empfahl zukünftig dunkelblaue Operationswäsche und lehnte weiß gekachelte Räume ab. Herbst (Leipzig) berichtete über Operationen bei Aortenisthmusstenose mit und ohne Transplantat, die Kinderchirurgen Rehbein und Sieber über dringliche Chirurgie bei Fehlbildungen bei Neugeborenen, Gütmann (Bonn) über die operative Behandlung der portalen Hypertension und die Technik der Leberteilresektion. 

Unter Vorsitz von Schwarz fand im Oktober/November in Erfurt die 3. Gemeinschaftstagung der Universität Halle, Jena und Leipzig sowie der Akademien Dresden, Erfurt und Magdeburg statt. Die drei medizinischen Akademien waren errichtet worden um die Studentenzahl im klinischen Studium erhöhen zu können. Die vorklinische Ausbildung verblieb in den folgenden Jahren zunächst an den Universitäten.

In einem einleitenden Referat wies Schwarz auf die Zusammengehörigkeit aller deutschen Chirurgen in Ost und West hin und betonte zusätzlich die Bedeutung der Aussöhnung mit Polen. Die Thematik gab einen Überblick über die Bemühungen um einen Anschluss an den internationalen Standard in der Chirurgie für die einzelnen Subdisziplinen: Neurochirurgie, die Behandlung von Gehirnabszessen; die operative Behandlung der Lungentuberkulose; Gefäßchirurgie, alloplastischer Gefäßersatz; Abdominalchirurgie, Behandlung der Pankreatitis, Präneoplasien des Magendarmtraktes, Colitis ulcerosa; Traumatologie, Komplikationen bei der Knütschernagelung.

Im November fand unter Vorsitz von Knutzen die 4. Gemeinschaftstagung der Universität Halle, Jena, Leipzig, und der drei medizinischen Akademien statt. 

Die 5. Gemeinschaftstagung fand unter Vorsitz von Lembke im Oktober statt. Kurz nach Errichtung der Mauer nahm zum ersten Mal kein Chirurg aus der Bundesrepublik oder anderen westlichen Ländern an der Gemeinschaftstagung teil.

Das einleitende Referat hielt Uebermuth: Erschüttern die Fortschritte der Chirurgie deren Grundlage? Die breitgefächerte Thematik behandelte chirurgische Infektionen, Endoskopie der Gallenwege, chronische Pankreatitis, neurochirurgische Probleme, Bronchialkarzinombehandlung, Entwicklungsstand der Kinderchirurgie, die Adrenalektomie bei metastasierendem Mammakarzinom und die Zusammenarbeit mit der Anästhesie. 

In der Chirurgischen Universitätsklinik Halle fand erstmals nach der Wiedervereinigung eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der Chirurgenvereinigungen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Es wurde beschlossen, im September 2002 in Leipzig einen gemeinsamen Kongress der drei Chirurgenvereinigungen durchzuführen. 

Im September fand der 1. Mitteldeutsche Chirurgenkongress der Chirurgenvereinigungen Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen vom 26. - 28. September in Leipzig statt. Die Kongresspräsidenten waren Christoph Josten (Leipzig), Horst Rupprecht (Saalfeld) und Hans Lippert (Magdeburg).

Die Vorstände der drei Chirurgenvereinigungen beschlossen einstimmig, eine Koordinierungskommission unter dem Vorsitz von Henning Dralle (Halle), zu bilden. Ziel dieser Kommission sollte es sein, den nächsten gemeinsamen Kongress im Jahr 2004 vorzubereiten. Weiterhin haben sie sich zur Aufgabe gesetzt, die Bedingungen und Ziele einer gemeinsamen Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung auszuarbeiten. 

Auf sieben Sitzungen der Vorstände der Chirurgenvereinigungen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens wurde unter ständiger notarieller Beratung eine Satzung für die neue Gesellschaft entwickelt und das Procedere der Überführung in die neue Gesellschaft beraten. 

mz-web.de

Der 2. Mitteldeutsche Chirurgenkongress wurde vom 23. bis 25. September in Leipzig durchgeführt. „Chirurgie zwischen Mengenbegrenzung und Nachwuchsmangel“ war das Thema des Kongresses. Die Tagungspräsidenten waren Henning Dralle (Halle/Saale), Friedrich Wilhelm Mohr (Leipzig) und Johannes Scheele (Jena).

Im Rahmen des 2. Kongresses fand die Neugründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung e.V. (MDCV) statt. Die Chirurgenvereinigungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt schlossen sich zusammen. 

bennstedt.de

zscherben.de

Vom 21. bis 23. September tagte in Leipzig der 3. Mitteldeutsche Chirurgenkongress unter dem Vorsitz des Tagungspräsidenten Henning Dralle (Halle/Saale). Den Mittelpunkt des Kongresses bildete der Strukturwandel im Fach der Chirurgie und in der allgemeinen medizinischen Vorsorgung und Ausbildung von Ärzten. 

asp.sachsen-anhalt.de

Der 4. Mitteldeutsche Chirurgenkongress fand in Leipzig unter dem Thema „Interdisziplinäre Kompetenz in der operativen Medizin“ statt. Tagungspräsident war Johann Peter Hauss.

Der 5. Mitteldeutscher Chirurgenkongress in Magdeburg fand vom 23. - 25. September 2010 mit den Schwerpunkten Interdisziplinarität und  Intensivtherapie statt. Großes Thema war „Chirurgie ohne Skalpell und Narben“ unter Tagungspräsident Hans Lippert.

Grußwort

medizin-aspekte.de

med.uni-magdeburg.de

Der 6. Mitteldeutscher Chirurgenkongress fand vom 6. und 7. September in Dresden statt. 

Unter Tagungspräsident Felix Bonnaire war neben dem gesamten Spektrum der chirurgischen Disziplinen ein Schwerpunktthema „Nachwuchs in der Chirurgie“.

Grußwort

khdf.de

"Mal anders denken" war das Leitthema und Motto beim „7. Mitteldeutsche Chirurgenkongress vom 11.-13. September in Lutherstadt Wittenberg. Tagungspräsident war Helmut Zühlke

Grußwort

Unter dem Motto „Altes wahren, Neues wagen” findet der 8. Mitteldeutscher Chirurgenkongress in Leipzig statt. Tagungspräsident ist Peter Lamesch (Schkeuditz).

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